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Geschichte der Stadt Nürnberg in Mittelfranken
Gründung und frühe Geschichte
Nürnberg wurde um 1040 als politisch-militärischer Stützpunkt auf Veranlassung Kaiser Heinrich III. gegründet. Urkundlich genannt wird der Ort erstmals 1050, als dieser Herrscher hier einen Hoftag abhielt. Die Königsburg auf dem Sandsteinfelsten ("Nuorenberc" = felsiger, steiniger Berg) diente der straffen Zusammenfassung des Reichsgutes im ostfränkischen Raum und zugleich als Stützpunkt für die Feldzüge Heinrichs III. gegen den Böhmenherzog. Der fünfeckige Turm reicht in seinem Kern bis in diese Zeit zurück. Der Versorgung der Burg dienten zwei Königshöfe, von denen der eine in der Gegend des späteren Egidienklosters, der andere dagegen auf der Lorenzer Stadtseite bei der Jakobskirche lag. Diese beiden Königshöfe bildeten neben der Burg die Keimzellen der Stadt. Zum raschen Wachstum der Siedlung hat die fürhzeitige Verehrung des Heiligen Sebaldus, die seit 1070 in Nürnberg nachzuweisen ist, beigetragen. Der legändere Wundertäter wurde in einer Kapelle verehrt, die sich an der Stelle der heutigen Sebalduskirche befand. Von der Burg wuchs die älteste Siedlung nach Süden zur Pegnitz herab. Neben den großen Höfen und Wohntürmen der Reichsdienstmannen ließen sich Händler und Handwerker nieder. Daran erinnern noch heute Gassennamen wie zum Beispiel die Krämergasse oder die Schmiedgasse.
Die Herrscher aus dem Geschlecht der Staufer haben Nürnberg nachdrücklich gefördert. Sie ließen die Siedlung auf der Lorenzer Seite planmäßig anlegen. Auf die Stauferkaiser geht auch der Ausbau der Burg als Kaiserpfalz zurück. Um das reiche Königsgut im Nürnberger Raum zu sichern und zu vewalten, setzten sie Burggrafen ein; in dieser Funktion waren seit 1190 die schwäbischen Grafen von Zollern tätig. Dem Hohenstaufer Kaiser Friedrich II. verdankt die Stadt das große Freiheitsprivileg von 1219, das ihren Handel sicherte und ihren Kaufleuten wichtige Vorzüge einräumte.
Aufblühen der Stadt im 14. und 15. Jahrhundert
Nach dem Ende der Stauferherrschaft gingen in Nürnberg aus den Dienstmannengeschlechtern, die bis dahin im königlichen Dienst gestanden hatten, die führendnen Familien hervor, die sich dem Handel zuwendeten und den Rat der Stadt besetzten. Es sind Familien, die seitdem Jahrhunderte lang, seit der Zeit des Humanismus unter dem Namen von "Patriziern", das Stadtregiment innehatten. Durch zahlreiche Privilegien, die Nürnberg im 14. und 15. Jahrhundert von den deutschen Kaisern erhielt, gewann die wachsende Stadt die Stellung einer Reichsstadt. So verlieh der Kaiser Ludwig der Bayer 1332 den Nürnbergern Zollfreiheit in 72 Orten, und Kaiser Karl IV. erließ hier 1356 das Staatsgrundgesetz der "Goldenen Bulle", in dem festgelegt war, daß jeder neugewählte Kaiser seinen ersten Reichstag in Nürnberg abzuhalten hatte. Daran erinnert bis heute die 1509 geschaffene Kunstuhr an der Frauenkirche auf dem Hauptmarkt mit dem allmittäglichen "Männleinlaufen".
Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Stadt mit einem Befestigungsring umschlossen worden, der um 1320 - 1325 durch zwei Starke Bauwerke am Ein- und Auslauf der Pegnitz geschlossen wurde. Diese "vorletzte" Stadtbefestigung wurde seit etwa 1350 durch die Errichtung einer neuen, weiter vorgeschobenen Anlage mit Mauern, Türmen und Gräben ersetzt. Dieser Mauerring, der bis heute zum großen Teil erhalten geblieben ist, war 1452 endgültig fertiggestellt. Er zieht sich über eine Strecke von etwa 5 Kilometern hin. Der Raum zwischen den beiden Befestigungsringen wurde in der reichsstädtischen Zeit nicht voll bebaut. In ihm befanden sich mehrere Klöster mit ausgedehnten Gärten und kleinerer Häuser, die meist von Handwerkern bewohnt wurden.
Der Verlauf der vorletzten Stadtmauer ist noch in groben Zügen zu erkennen. Erhalten geblieben sind der Laufer Schlagturm und der Weiße Turm, sowie kleine Grabenreste an der Grübelstrasse und Peter-Vischer-Strasse. Von den Kornhäusern, die man im 16. Jahrhundert auf dem Stadtgraben und Zwinger errichtete, steht bis heute die mächtige Mauthalle.
Im Laufe des 15. Jahrhunderts vervollständigten einige weitere Rechte Nürnbergs Ansehen und Machtstellung. So erhielt die Stadt das Privileg einer eigenen Münzstätte und Kaiser Sigmund vertraute ihr 1424 die Reichskleinodien für ewige Zeiten an. Drei Jahre später verkauften Burggrafen, die unterdessen als Markgrafen in Ansbach regierten, der Stadt ihren Anteil an der Burganlage zusammen mit ihren Rechten an den Reichswäldern.
Das wirtschaftliche Ansehen, das die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert in zunehmendem Maße gewann, beruhte auf den Leistungen ihrer Handwerker und Kaufleute. Die ersten spielten - mit Ausnahme des Handwerkeraufstandes von 1348/49 - politisch keine Rolle in der Stadt. Die in einer Vielzahl, vor allem auf dem Sektor der Metallverarbeitung vertretenen Handwerke, schufen hochwertige Erzeugnisse, deren Vertrieb durch die Unternehmer, meist in Form des Verlagswesens, die wirtschaftliche Blüte Nürnbergs heraufführte. Hinzu kam der Handel der Kaufleute, der von Venedig bis Lübeck und von Flandern bis Polen reichte, sowie deren Beteiligung an Montanunternehmungen.
Die Kunstfertigkeiten der Handwerker und der Reichtum der Patrizier bildeten den Nährboden für das Aufblühen der Kunst, besonders in der Malerei und Bildhauerei in den Jahrzehnten vor und nach 1500. Die Arbeiten des Bildschnitzers Veit Stoß, des Bildhauers Adam Kraft, des Erzgießers Peter Vischer und seiner Söhne und die Werke Albrecht Dürer fanden schon damals hohe Anerkennung und weite Verbreitung. Die Aufgeschlossenheit für neue geistige Stömungen führte dazu, daß sich Nürnberg 1525 der Lehre Luthers anschloss, der die Stadt einmal selbst als Auge und Ohr Deutschlands bezeichnet hat. Die Beiteiligung am Bayerischen Erbfolgekrieg auf der Seite Maimilians I. brachte Nürnberg den Gewinn eines großen Landgebietes von ca. 1200 Quadratkilometer. Ein Territorium ähnlicher Größe besaßen nur noch die Reichsstädte Rothenburg und Ulm.
Stagnation und Niedergang der Reichsstadt
Die schweren Verluste, die Nürnberg im Krieg gegen Markgraf Albrecht Alcibiades 1552/53, vor allem durch die Zerstörung seines Landgebietes hinnehmen musste, und die Verlagerung der Fernhandelswege bewirkten einen starken wirtschaftlichen Rückschlag. Die Folgen des 30jährigen Krieges erschöpften die Finanzkraft der Stadt vollends. Immerhin gelang es aber, noch zu Beginn dieses Krieges 1619/22 einen großen Rathausneubau fertigzustellen. Auch war Nürnbergs Ansehen noch so groß, das 1649/50 der Kongreß zum Vollzug des Westfälischen Friedens hier in Nürnberg tagte. Den finanziellen Ruin der Stadt vollendete der Einfall der französischen Revolutionsheere in Franken, vor denen die Reichskleinodien 1796 aus Nürnberg nach Wien gerettet wurden.
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